Einführung
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Mit dem Begriff "landwirtschaftliche Biodiversität" bezeichnet man alle Komponenten der biologischen Vielfalt, die für Ernährung und Landwirtschaft von Bedeutung sind.
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Dazu gehören:
- die genetischen Ressourcen von Kulturpflanzensorten, Nutztierrassen und Fischarten sowie nicht domestizierte ("wilde") Ressourcen innerhalb von Acker-, Wald-, Weide- und aquatischen Ökosystemen;
- Elemente der biologischen Vielfalt, die so genannte "ökologische Dienstleistungen" gewährleisten, wie etwa den Kreislauf der Nährstoffe, die Regulierung von Kulturschädlingen und Krankheiten, die Bestäubung, den Erhalt der örtlichen Wildtiere und -pflanzen, den Schutz von Wassereinzugsgebieten, Erosionsschutz, Klimaregulation und die Festlegung von Kohlenstoff.
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Im Jahr 1996 hat die Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention ein Arbeitsprogramm zum Thema der landwirtschaftlichen Biodiversität aufgestellt (Entscheidung III/11). Dieses Programm wurde im Jahr 2000 weiter ausgearbeitet (Entscheidung V/5).
Wie die Vertragsstaatenkonferenz bestätigt hat, bringen die besonderen Eigenschaften der landwirtschaftlichen Biodiversität auch eigene Probleme mit sich, die spezielle Lösungsansätze erforderlich machen. Diese Sonderstellung begründet sich unter anderem aus folgenden Tatsachen:
- Die biologische Vielfalt im Bereich der Landwirtschaft ist von grundlegender Bedeutung für die Sicherheit der menschlichen Ernährung und des Lebensunterhalts vieler Menschen;
- Zwischen den Ländern der Erde besteht eine große wechselseitige Abhängigkeit bezüglich der genetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft;
- Bei Kulturpflanzen und Nutztieren ist die genetische Vielfalt innerhalb von Arten aus menschlicher Sicht mindestens so wichtig wie die Vielfalt der Arten; diese genetische Vielfalt ist durch die Landwirtschaft beträchtlich erhöht worden;
- Die landwirtschaftliche Biodiversität wird durch die Tätigkeit der Landwirte gesteuert; viele Bestandteile der landwirtschaftlichen Biodiversität sind auf den menschlichen Einfluss angewiesen; das Wissen und die Kultur von ortsansässigen und indigenen Bevölkerungsgruppen sind von grundlegender Bedeutung für den Umgang mit der landwirtschaftlichen Biodiversität;
- Die Wechselwirkungen zwischen Umweltfaktoren, Bewirtschaftungsmethoden und genetischen Ressourcen, die in landwirtschaftlichen Ökosystemen auftreten, tragen oft zum Erhalt eines dynamischen Bestands an biologischer Vielfalt bei;
- Wegen der Bedeutung des menschlichen Einflusses für die landwirtschaftliche Biodiversität ist ihr Erhalt in Produktionssystemen untrennbar mit der nachhaltigen Nutzung verbunden;
- Ein großer Teil der biologischen Vielfalt wird derzeit jedoch außerhalb von landwirtschaftlichen Ökosystemen in Genbanken oder den Materialien von Züchtern erhalten.
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Weitere Informationen finden Sie auf der Themenseite "Agricultural Biodiversity" beim Sekretariat des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD).
Stand: Mai 2002
| Quelle : Informationsplattform des Bundesamtes für Naturschutz zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt | Letzte Aktualisierung des Bundesamtes für Naturschutz: 08/12/2003 |
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