2003 |
| Datum |
Vorgang |
Kommentar |
| Mitte Mai |
Die USA, Kanada, Argentinien und 3.Staaten reichen Klage bei der Welthandelsorganisation ein, weil in der EU weiterhin das Moratorium von 1998 gilt und sich die Kläger deshalb im freien Handel mit GVOs behindert sehen.
Näheres zu dieser Klage und den Hintergründen findet man auf der Gemeinschaftsseite von Attac und BUND. |
Eine Klage für Profit und Monopolisierung ungeachtet des Preises den Mensch und Natur zu zahlen haben! |
| 2. Juli |
Das seit 1998 geltende De-facto EU-Moratorium wird u.a. unter Zustimmung von Herrn Clement und Frau Künast aufgehoben indem die EU-Mitgliedsstaaten in die Pflicht genommen werden einen gesetzlichen Rahmen für die Einfuhr und den Anbau genveränderter Saaten und Lebensmittel zu schaffen. Vorausgeganden war eine Klage der USA und 3. Ländern bei der WTO (s. Unterschriften-Aktion "bit-back"). |
Wer sich gentechnikfrei ernähren möchte muß jetzt aktiv werden, der Regierung auf die Finger schauen und seine Position allen Entscheidungsträgern unmissverständlich mitteilen. Umfragen zu Folge sind immerhin 70% der Deutschen gegen Gentechnik in der Nahrung! Die Entscheidung dem Ende dieses Moratoriums zuzustimmen kann aus all den o.g. Gründen keine Entscheidung einer Verbraucherschutzministerin sein! Die SPD-Regierenden Herr Schröder, Herr Clement (Aufsichtsratvorsitzender einer Tochtergesellschaft von Syngenta) und Frau Buhlman sind die eigentlichen Befürworter der Aufhebung dieses EU-Moratoriums von 1998. |
| Oktober / November |
Erster Großversuch im Freiland von genveränderten Apfelbäumen in Dresden-Pillnitz und Quedlinburg nach Berichten der TAZ genemigt. Mehr dazu im entsprechenden Artikel der taz vom 06.10.2003. |
Es gibt erhebliche Bedenken, aber dennoch entschied sich nach Aussage der taz das Robert Koch-Institut für eine Genehmigung. Auf den Seiten des Robert Koch-Instituts ist diese Genehmigung noch immer nicht verzeichnet, allerdings läßt schon allein die dort nachzulesende, beantragte Größenordnung des Anbauvorhabens erhebliche Bedenken aufkommen! |
| 7. November |
Zum Thema Novel Food und Feed wird die 1. Verordnung (EG Nr. 1829/2003) über gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel des Europäischen Parlaments und des Rates erlassen und
die 2. Verordnung (EG Nr. 1830/2003) über die Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung von genetisch veränderten Organismen und über die Rückverfolgbarkeit von aus genetisch veränderten Organismen hergestellten Lebensmitteln und Futtermitteln sowie zur Änderung der Richtlinie 2001/18/EG. |
*) |
18., 19. und 22. Dezember |
Weitere Zulassungen des Robert Koch-Instituts von Freisetzungen genveränderter Organismen in Sachsen-Anhalt und Bayern. |
Information aus dem Online-Angebot des Bundesanzeigers vom 06.01.2004.
Quelle und weiterführende Informationen: "Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik" |
Zulassungen zum Freilandanbau von GVOs des Robert Koch-Instituts 2003
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Genehmigungs- zeitraum |
Antragsteller |
Genehmigte GVO |
Anbaufläche in qm |
Anbauorte (Bundesländer) |
05/03 bis 10/05 |
Technische Universität München, Lehrstuhl für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, Freising-Weihenstephan |
Genkartoffeln |
o.A. |
Bayern |
04/03 bis 10/08 |
GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit GmbH |
Gensoja |
4 x 1 |
Bayern |
04/03 bis 10/12 |
Solavista GmbH & CO KG |
Genkartoffeln |
150.000 |
an verschiedenen Orten in:
Mecklenburg-Vorpommern,
Niedersachsen und
Sachsen-Anhalt |
03/03 bis 10/03 |
Syngenta Seeds GmbH |
Genweizen |
400 |
Thüringen |
05/03 bis 10/05 |
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg |
Genpappeln |
1.600 |
Sachsen-Anhalt |
06/03 bis 12/04 |
Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung |
Genkartoffeln |
500 |
Sachsen-Anhalt |
03/03 bis 09/06 |
Bundesanstalt für Züchtungsforschung Quedlinburg |
Genraps |
7.500 |
Mecklenburg-Vorpommern |
04/04 bis 10/08 |
Monsanto Agrar Deutschland GmbH |
Genmais |
200.000 |
Sachsen-Anhalt |
04/04 bis 10/13 |
Solavista GmbH und CoKG |
Genkartoffeln |
bis zu 50.000 |
an verschiedenen Orten in:
Mecklenburg-Vorpommern,
Niedersachsen und
Sachsen-Anhalt |
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2004 |
| Datum |
Vorgang |
Kommentar |
| Februar |
Entwurf des Dritten Gesetzes zur Änderung des GenTG vom 16.01.2004. Verfasst vom Öko-Institut e.V. und der Stiftung Zukunftserbe. |
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| 11. Februar |
Eine Novelle des Gentechnikgesetzes ist von Frau Künast vorgelegt worden. Diese sieht ab April eine europaweit gültige Kennzeichnungspflicht für Lebens- und Futtermittel vor und belegt GVO-Anbauwillige mit einer Vorsorgepflicht. Desweitern soll die Zulassung neuer GVOs in Deutschland nicht mehr allein die Entscheidung des industriefreundlichen Robert-Koch-Institutes bleiben, vielmehr soll dem Bundesamt für Naturschutz, einer Behörde des Umweltministeriums, ein Mitsprache- und Mitentscheidungsrecht eingeräumt werden. Für weitere Details lest bitte - dieses PDF-Dokument - von Frau Künasts-Internet-Präsenz! Am 2. April wird dieser Entwurf dem Bundesrat vorgelegt.
Detaillierte Informationen zum Gentechnikgesetz und dem Gesetzgebungsverfahren findet ihr beim Informationsdienst Gentechnik |
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| 18. Februar |
EU beschließt entgegen des Drucks seitens der USA und WTO das Moratorium vorerst nicht aufzuheben.
(Quelle: Newsletter von Attac) |
Wir haben etwas mehr Zeit gewonnen bevor der Markt mit Genfood überschwemmt wird!
Nach wie vor akut sind die Änderungen der gesetzlichen Regelungen zum Anbau von Gensaaten in Deutschland, denn die "deutschen Monsantos", Bayer, Syngenta u.a. bauen nach wie vor auf die Verbreitung ihrer vernichtenden Saatgut-Entwicklungen! |
| 18. Februar |
Neuzulassungen von Monsanto-Genmais scheiterten in Brüssel.
(Quelle: Newsletter Geninfo) |
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| 25. Februar |
US-Studie zur Kontamination konventionellen Saatguts.
(Quelle: Newletter der Gengruppe Barnimer Aktionsbündnis) |
Die Studie der UCS (Union of Concerned Scientists)zur Kontamination herkömmlichen Saatguts bestätigt unsere Bedenken zu unaufhaltsamen Ausbreitung der künstlich eingepflanzten Gene in Saatgut und Natur! |
| 25. Februar |
Bundessortenamt gibt 25 Tonnen Gen-Mais zum kommerziellen Anbau in Deutschland frei. (Greenpeace Presseerklärung)
(Quelle: Newletter der Gengruppe Barnimer Aktionsbündnis) |
Gen-Mais für 1000 ha wurde ohne Angabe des Standortes, ohne klare Rechtslage und wirksame Kontrollauflagen zur Ausbringung im Freiland freigegeben. Skandlös wie Umweltschützer und Gentechnikgegner finden! |
| 04. März |
Britisches Parlament entscheidet gegen den kommerziellen Anbau von BAYER-Genmais.
Nachtrag: Das britische Genmoratorium hielt und gilt bis voraussichtlich 2006, weil (leider) nur einer der Umweltminister sein Vetorecht nutzte, um Antony Blairs geplanten Alleingang zu stoppen.
(Quelle: Newletter der Coordination gegen BAYER-Gefahren / Newletter der Gengruppe Barnimer Aktionsbündnis) |
Eine Entscheidung des gesunden Menschenverstandes - hoffentlich mit Signalwirkung für andere europäische Staaten! |
| 02. April |
Bundesrat lehnt Gentechnikgesetz ab.
(Quelle: Newletter der Gengruppe Barnimer Aktionsbündnis bzw. )Indymedia |
Der Bundesrat hat den Entwurf der Bundesregierung für ein neues Gentechnik-Gesetz mit der Mehrheit der CDU/CSU-geführten Bundesländer abgelehnt und den Vermittlungsausschuss angerufen.
In den Kernpunkten Koexistenz und Haftung liegen die Auffassungen von Bundesregierung und Ländermehrheit weit auseinander. |
| 18. April |
Kennzeichnungspflicht für GVO tritt in Kraft. Die Einfuhr und der Verkauf genveränderter Produkte wird von nun an erlaubt sein. |
*) Keine dieser Verordnungen ermöglicht es dem Verbraucher sicher gehen zu können, dass in den Produkten, die er kauft garantiert keine gentechnisch veränderten Organismen enthalten bzw. zur Herstellung verwendet wurden! Nach der letzten Verordnung bezieht sich diese Unsicherheit sowohl auf tierische Produkte (Milch, Eier, Fleisch etc.) wo die Tiere mit genveränderten Organismen gefüttert wurden, als auch auf Öle, Fette und Zucker, die auf gentechnischem Weg hergestellt wurden. Denn hier ist ein Nachweis technisch unmöglich. Ausserdem müssen Produkte, die weniger als 0,9 Prozent GVO enthalten (techn. Nachweisbarkeitsgrenze liegt bei 0,1 Prozent) ebenfalls nicht gekennzeichnet werden. Dieser Grenzwert ist ein Kompromiss der u.a. durch den Druck von SOS-Save our Seeds erzielt wurde, uns aber nicht wirklich glücklich machen kann.
Von nun an ist der Verbraucher einmal mehr gefordert in den Lebensmittelläden nachzufragen, ob und wenn ja welche Produkte dort geführt werden, die gentechnisch veränderte Zutaten enthalten. - Fragt in allen Handelsketten nach und laßt nicht ab, bis Euch umfassend Askunft erteilt wurde!
Außerdem mehr dazu bei der "Gengruppe".
Nach Aussage von Frau Künast müssen übrigens auch Restaurants, Kantinen und öffentliche Stellen, wie Krankenhäuser, Kindergärten etc. genveränderte Nahrung kennzeichnen.
Zudem kann man sich von Greenpeace einen kostenlosen Einkaufsratgeber schicken lassen unter der Telefonnummer: 040-306180 oder ladet ihn Euch direkt - hier im Internet - herunter! |
| 18. April |
Großdemonstration in Stuttgart |
Mehr dazu - hier - bzw. in den Pressemitteilungen des Aktionsbündnisses Gentechnik-freie Landwirtschft BW und der Presseerklärung von geNOfood. |
| 30. April |
Kundgebung zur Bayer-Hauptversammlung |
Heute fand eine Aktion 'Hände weg von unserer Nahrung!' von Friends of the Earth, BUND Jugend, BUND Landesverband NRW und CBG (Coordination gegen Bayer-Gefahren) zur Bayer-Hauptversammlung in Köln statt. Sehr wirkungsvoll und kreativ wurden die Verbände durch das 'Politische Aktionstheater' von Harald Hahn und Till Baumann unterstützt. Die Pressemitteilung der Aktivisten und einige Bilder von der Veranstaltung finden sich - hier - . |
| 06. Juni |
Informationsdienst Gentechnik gegründet. |
Informatives Serviceangebot von Anbauverbänden und Umweltschutzorganisationen zur Sicherung der gentechnikfreien Landwirtschaft und Ernährung. |
| 18. Juni |
Das Gentechnikgesetz wird vom Bundestag in 2. und 3. Lesung verabschiedet. Notwendige, positiv zu bewertende gesetzliche Regelungen zu Haftungsfragen, Standortregistern u.a. wurden heute beschlossen.
Die Abstimmung im Bundesrat erfolgt am 02. Juli. |
Detaillierte Informationen zum Gentechnikgesetz und dem Gesetzgebungsverfahren findet ihr beim Informationsdienst Gentechnik |
| 01. Juli |
Gründung des 'Aktionsbündnisses Gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg' |
Heike Moldenhauer (BUND Bundesgeschäftsführerin): Über dreißig Organisationen und Einzelpersonen setzen sich im 'Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg' dafür ein, dass sich die Region als eine etabliert, die ohne den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen und Tiere Lebensmittel in hoher Qualität produziert.
Näheres ist - hier beim BUND Brandenburg - nachzulesen. Die Gründungserklärung gibt es - hier -!
Wir von Gensaat.de sind auch dabei und beteiligen uns an der Arbeitsgruppe 'Veranstaltungen und VerbraucherInnnenaufklärung'. |
| 02. Juli |
Das Gentechnikgesetz wird vom Bundesrat abgelehnt und an den Vermittlungsausschuß übergeben. |
Detaillierte Informationen zum Gentechnikgesetz und dem Gesetzgebungsverfahren findet ihr beim Informationsdienst Gentechnik |
Zulassungen zum Freilandanbau von GVOs des Robert Koch-Instituts 2004
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Genehmigungs- zeitraum |
Antragsteller |
Genehmigte GVO |
Anbaufläche in qm |
Anbauorte (Bundesländer) |
(s. Angaben Okt/Nov 2003!) 04/03 bis 12/22 |
Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen |
Genäpfel |
12.000 |
Sachsen und
Sachsen-Anhalt |
01/03 bis 09/08 |
Rapool Ring GmbH |
Genraps |
292.140 |
Mecklenburg-Vorpommern |
01/04 bis 12/08 |
Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie |
Genkartoffeln |
ca. 160 |
Brandenburg |
03/04 bis 08/04 |
Syngenta Seeds GmbH |
Genweizen |
400
+ 400 |
Sachsen-Anhalt |
03/04 bis 09/04 |
Syngenta Seeds GmbH |
Genweizen |
450 |
Sachsen-Anhalt |
03/04 bis 10/08 |
BASF Plant Science Holding GmbH |
Genkartoffeln |
o.A. |
Sachsen-Anhalt |
03/04 bis 10/08 |
BASF Plant Science Holding GmbH |
Genkartoffeln |
o.A. |
Bayern und
Sachsen-Anhalt |
03/04 bis 10/13 |
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft |
Genkartoffeln |
4.000 |
Bayern |
07/04 bis 09/09 |
MPI für chemische Ökologie |
Genveränderter Nachtschatten |
10.000 |
Thüringen |
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